ZIM Flugsitz GmbH

Der ehemalige Ingenieur-Dienstleister für die Luftfahrt ZIM hat sich mit der Gründung der ZIM Flugsitz GmbH zum Hersteller von Flugsitzen gemausert. Damit hat sich das Unternehmen in der Wertschöpfungskette nach vorn gearbeitet. Weiterhin stehen die Zeichen auf Wachstum.

Was ihn und seine Frau Angelika 2009 dazu bewogen hat, vom reinen Ingenieur-Dienstleister zum Flugsitz-Hersteller zu wachsen? „Als Dienstleister waren wir am Ende der Wertschöpfung. Den Erfolg hatte immer der Auftraggeber“, sagt ZIM Flugsitz-Geschäftsführer Peter Zimmermann. Das wollten sie ändern. Schon als Dienstleister rund um die Luftfahrt hatte das Maschinenbau-Ingenieurspaar zwischen 2007 und 2009 Bauteile wie Flügel oder Rumpfteile für Flugzeuge entwickelt. Mit diesen Erfahrungen konnten sie selbst Flugzeugsitze bauen und vertreiben. Dazu beschlossen sie, die ZIM Flugsitz GmbH zu gründen.

„Einen Produktionsbetrieb aus dem Nichts aufzubauen, ist nicht einfach“, sagt Zimmermann rückblickend. Denn sie mussten die komplette Betriebsinfrastruktur von der Fertigung über die Montage bis zum Ein- und
Verkauf neu einrichten. 2011 war das Unternehmen an seine Grenzen gekommen. Die Verdoppelung der Produktionsfläche stand an. Die MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg unterstützte sie 2011 beim Einstieg in die Produktion sowie 2012, als das Unternehmen aufgrund seines Wachstums wieder seine Kapazitätsgrenze erreicht hatte und erweitern musste. „2009 setzten wir 300.000 Euro mit 128 Sitzplätzen um, heute liegen wir bei 34 Millionen Umsatz und 15.000 Sitzplätzen“, fasst Zimmermann die Entwicklung in Zahlen zusammen.

Mit der Produktion der Flugsitze änderten sich die Abnehmer. Waren die beiden Geschäftsführer zuvor ausschließlich in Deutschland tätig, so wurde das Geschäft internationaler. „Flugsitze kaufen nicht die Flugzeughersteller, sondern die Airlines“, so der 50-Jährige. Zwischenzeitlich hat das Unternehmen sein Spektrum um einen Prototyp für „Business-Sitze“ erweitert. Weiteres Wachstum ergibt sich aus leichterem Material und hochwertiger Unterhaltungselektronik, die in die Sitze bereits beim Hersteller eingebaut werden. ZIM hat dafür sowohl in IT-Spezialisten als auch in Material-Experten für den Leichtbau investiert. 
Für seine Innovationsfähigkeit hat ZIM 2014 mit dem Chrystal Cabin Award die höchste Auszeichnung der Aircraft Interior Messe bekommen. Ausgezeichnet wurde das Unternehmen für ein neues Rückenlehnenkonzept, das es den Airlines erlaubt, enger zu bestuhlen, ohne den Sitzkomfort der Passagiere einzuschränken. 

ZIM Flugsitz GmbH, Markdorf
Gegründet: 1995
Mitarbeiter: 130

www.zim-flugsitz.de

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