Vincent Systems GmbH

Mit Hilfsmitteln in „schön“ und „normal groß“ mischt die Vincent Systems GmbH seit 2009 die Handprothesen-Szene auf. Jetzt geht das Unternehmen erstmals in die Großserienproduktion.
Fast zehn Jahre lang arbeitete Stefan Schulz in der Forschung am Karlsruher Institut für Technologie. Schulz ist gelernter Elektronikfacharbeiter, hat später Elektrotechnik studiert und in Prothetik im Maschinenbau promoviert. Als sein Forschungsprojekt auslief, machte er sich 2009 selbstständig. „Ich hatte mir über Jahre hinweg Kontakte aufgebaut und wollte ein eigenes Produkt entwickeln und vermarkten“, sagt der heute 43-Jährige.

Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung auf diesem Gebiet wusste er, dass es in der Prothetik noch viele Marktlücken gab: Eine davon war die Produktion kleiner und leichter Hände, die formschön sind und eine hohe Funktionalität aufweisen. Warum es die bislang nicht gab? Je kleiner Hand- und Fingerprothesen sind, desto kleiner und leistungsfähiger müssen auch die eingebaute Elektronik, Getriebe und Motoren sein. Schulz musste viele der Komponenten schließlich selbst entwickeln und herstellen. In nur einem Jahr hatte er die ersten Hände auf dem Markt und in Deutschland und in die USA verkauft. „Die Kunden waren so begeistert von den neuen Prothesen, dass sie sogar im Voraus zahlten und eine Lieferzeit von bis zu sechs Monaten akzeptierten.“

Dem Jungunternehmer war allerdings bald klar, dass er professionelle Unterstützung bei der Finanzierung brauchte. Seine Hausbank gewährte ihm einen Kredit; von der MBG Baden-Württemberg kam eine stille Beteiligung. Weitere Unterstützung bekam er vom Bundesforschungsministerium für zwei Forschungs- projekte, die insbesondere die Personalkosten förderte, sowie vom Land Baden-Württemberg über die Innovationsgutscheine.

Neben Hand- und Einzelfinger-Prothesen hat Schulz auch eine Hand für Jugendliche entwickelt. „Auch hier gab es nichts am Markt. Der Zwölfjährige, für den ich die erste produziert habe, wollte mir den Prototyp nicht mehr zurückgeben.“ Der nächste Schritt für das heute sechs Mitarbeiter zählende Vincent Systems-Team war in Richtung Großserie, die Schulz Ende 2013 mit der nächsten Finanzierungsrunde startete. „Die Finanzierung mit der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg in Kombination mit der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg und meiner Hausbank hat damals extrem schnell geklappt“, lobt er. Sein Ziel ist, nach Eingang einer Bestellung innerhalb von 14 Tagen ein Produkt liefern zu können. „Ich will etwas entwickeln, das bleibt und Menschen nützt“, erklärt Schulz seine Motivation für dieses Thema.

Vincent Systems GmbH, Karlsruhe
Gegründet: 2009
Mitarbeiter: 6

www.vincentsystems.de

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