amcure GmbH

Ausgegründet aus dem Karlsruher Institut für Technologie arbeiten drei Wissenschaftler zusammen mit einem Innovationsmanager an einem neuen Krebsmedikament, das Tumore und deren Metastasen eindämmt. Die bislang nachgewiesene Wirksamkeit ist erstaunlich. Nun bereitet das amcure-Team Studien vor, um die klinische Entwicklung des Medikaments zu starten.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist der Brutkasten der amcure GmbH. Bereits seit 2004 beschäftigten sich hier die drei Wissenschaftler Dr. Alexandra Matzke-Ogi, Professor Dr. Helmut Ponta und Dr. Véronique Orian-Rousseau mit einem neuartigen Krebsmedikament: ein Peptid, das Tumore und Metastasen eindämmt. Der Biologe Dr. Matthias Klaften kam 2011 als Innovationsmanager ans KIT. „Das Ausgründungs-vorhaben existierte bereits“, sagt Klaften, „aber amcure brauchte jemand für alles außerhalb des Labors.“ Daran hatte Klaften Spaß. 2012 gründeten die Vier schließlich die amcure GmbH. Matthias Klaf- ten erstellte den Businessplan, verhandelte Verträge, bereitete Präsentationen vor, sprach mit Investoren und trieb die Entwicklung des Patentportfolios voran.

Seit der Firmengründung hat das Team die zweite Phase der EXIST Forschungstransfer Förderung bekommen und den 2. Platz beim Hightech Gründerpreis CyberOne sowie den Sonderpreis des Landes Baden-Württemberg für die beste Forschungskommerzialisierung abgeräumt. Denn das Medikament unterscheidet sich von bisherigen Krebsmedikamenten. Gängig ist es, einer Krebszelle einen Signalweg abzuschalten, den sie zum Überleben braucht. „Wir setzen hier anders an, denn das von uns identifizierte Peptid blockiert einen tumorspezifischen Steuermechanismus, von dem mehrere Signalwege abhängen. Das verhindert unter anderem, dass eine Krebszelle überhaupt erst Metastasen bildet.“

Aktuell bereitet das inzwischen fünfköpfige Team zulassungsrelevante Studien vor, um das Medikament zu testen. „In unseren Versuchen schlägt es gut an“, sagt der 38-jährige Klaften. Warum er in die amcure-Geschäftsführung gewechselt ist? „Wir arbeiten konsequent an unserem Projektplan, freuen uns über unsere Erfolge und über die Daten, die immer wieder bestätigen, dass unser Ansatz richtig ist“, sagt er.

Als Innovationsmanager habe er Gründern Hilfe zur Selbsthilfe geben können, „aber es kribbelt natürlich auch, etwas selbst zu machen.“ Finanziert ist die amcure GmbH über das Förderprogramm „Spinnovator“ des Bundesforschungsministeriums sowie über ein Konsortium aus unterschiedlichen Venture Capital-Geldgebern. Die MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg ist einer davon. Geplant ist, den „Proof of Concept“ zu erbringen und damit die Wirkung an etwa 100 Patienten nachzuweisen. „Dann sehen wir weiter, ob wir in eine weitere Finanzierungsrunde einsteigen oder vielleicht einen Partner finden, der unser Produkt weiter entwickelt und an den Markt bringt.“

amcure GmbH, Eggenstein-Leopoldshafen
Gegründet: 2012
Mitarbeiter: 5

www.amcure.com 

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