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Gudrun Bergdolt
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Presse-Informationen

  

22.07.2010

Gutach: Trotz Vollbremsung aus der Krise

2010_07_22_Schondelmaier_Fotos_023_klein.jpg 2009 musste die Schondelmaier GmbH ein 45-prozentiges Umsatz-Minus verkraften. Geschäftsführer Joachim Schondelmaier kämpfte jedoch für sein Kaltpresswerk in Gutach: Er baute das Lager ab, was Liquidität brachte, meldete Kurzarbeit an und stellte im Rahmen des Wirtschaftsfonds Deutschland mit Hilfe der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg seine Finanzierung um. Der Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung Ernst Burgbacher überzeugte sich vom Erfolg der Maßnahmen.

„Hätte mich jemand früher gefragt, ob unser Kaltpresswerk einen 45-prozentigen Umsatzeinbruch überleben würde, hätte ich mit „Nein“ geantwortet“, sagt Joachim Schondelmaier rückblickend. Doch sein Unternehmen hat überlebt und momentan blickt der Geschäftsführer wieder positiv in die Zukunft.

Begonnen hat die Krise für das in Gutach im Schwarzwald ansässige Unternehmen im August 2008 – „und zwar mit einer Vollbremsung“, sagt Joachim Schondelmaier. „Gegenüber Juli 2008 hatten wir kurzfristig 70 Prozent weniger Umsatz. Das Jahr 2009 schlossen wir mit einem Umsatzminus von 45 Prozent ab.“ Dabei kannten die rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gutach über Jahre hinweg nur Wachstum. Die Schondelmaier GmbH entwickelt und produziert Serienteile hauptsächlich für Kunden aus der Automobilindustrie. Bereits 2004 und 2005 engagierte sich die MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft bei dem Kaltpresswerk – für den Bau einer Gewerbeimmobilie und den Kauf einer Presse. „Zur Stärkung des Eigenkapitals hat uns unsere Hausbank stille Beteiligungen empfohlen“, so Schondelmaier. Sogar in der Krise habe es sich gezeigt, dass es sich tatsächlich um stille Beteiligungen handelt – „als Unternehmer hatte und habe ich jederzeit freie Hand.“

Aufgrund des Wachstums investierte der Unternehmer noch vor Beginn der Krise in eine Komplettanlage für mechanische Bearbeitung. „Das war nicht mehr zu stoppen“, sagt der 52-jährige Geschäftsführer. Das Problem dabei war die kurzfristige Finanzierung aus laufenden Erträgen. Mit Beginn der Krise schlitterte das Unternehmen in einen Liquiditätsengpass.

Gegengesteuert
In dieser Situation zog der Unternehmer alle Register: Er baute sein Lager ab, was ihm Liquidität brachte, meldete für das gesamte Jahr 2009 Kurzarbeit an und schickte 30 seiner Mitarbeiter auf Fortbildung, die von der Agentur für Arbeit gefördert wird. Im Rahmen des Wirtschaftsfonds Deutschland wurde die Finanzierung schließlich auf zwei langfristige Darlehen mit je einer Bürgschaft der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg umgestellt.

„Ich bin beeindruckt, wie die Schondelmaier GmbH aus eigener Kraft, aber auch durch das gelungene Zusammenwirken von Hausbank, Bürgschaftsbank und Mittelständischer Beteiligungsgesellschaft den Turn-Around geschafft hat“, so der Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Burgbacher, anlässlich seines Unternehmensbesuchs. „Auch nach Auslaufen des Wirtschaftsfonds wollen wir daher die wichtige Arbeit der Bürgschaftsbanken unterstützen.“


Aktuell geht es mit dem Unternehmen wieder bergauf. Im ersten Halbjahr wuchs der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits wieder um 40 Prozent. „Derzeit haben wir wieder drei Monate Planungssicherheit. In der Krise waren es gerade mal drei Wochen“, sagt Joachim Schondelmaier. Warum er das Jahr 2010 insgesamt sehr positiv sieht? Sein Unternehmen profitiert jetzt von der neuen Komplettanlage.

„Wir sind froh, dass wir Schondelmaier mit stillen Beteiligungen und in der Krise im Rahmen des Wirtschaftsfonds Deutschland unterstützen konnten“, sagt Guy Selbherr, Vorstandsmitglied der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg und Geschäftsführer der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft. „Wie viele Unternehmerinnen und Unternehmer in Baden-Württemberg hat Dr. Schondelmaier trotz Krise besonnen reagiert. Viele Betriebe befinden sich aktuell jedoch noch in einer schwierigen Situation. Für Kreditinstitute wie Unternehmer im Land ist es daher wichtig, dass der erweiterte Bürgschaftsrahmen sowie die beschleunigten Prozesse auch noch nach 2010 gelten.“

Bildunterschrift: (v.l.) Guy Selbherr, Vorstand der Bürgschaftsbank, Ernst Burgbacher, Mittelstandsbeauftrager der Bundesregierung und Joachim Schondelmaier, Geschäftsführer der Schondelmaier GmbH in Gutach.

  

19.07.2010

Stuttgart: Studie belegt: Bürgschaften und Garantien lohnen sich

2010_07_19_inmit_035_klein.jpg Mehr Einnahmen als Ausgaben für den Staat, ein höheres Bruttoinlandsprodukt, mehr Beschäftigte und weniger Arbeitslose: Was die Arbeit deutscher Bürgschaftsbanken und damit auch der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg auslöst, ist durchweg positiv.

Dank Bürgschaften und Garantien für kleine und mittlere Unternehmen steigt das Bruttoinlandsprodukt auf Bundesebene zwischen 2009 und 2015 jährlich um 3,4 Milliarden Euro. So lautet das Ergebnis der aktuellen Studie „Gesamtwirtschaftlicher Nutzen der Deutschen Bürgschaftsbanken“ vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise des Instituts für Mittelstandsökonomie (inmit) an der Universität Trier. „Ein verbürgter Euro bewirkt das Dreifache an Investitionen, Garantien sogar das Siebenfache. Das lohnt sich sowohl für das Land als auch für die Unternehmerinnen und Unternehmer“, sagt Dirk Buddensiek, Vorstandsmitglied der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg.

Die Studie: was Bürgschaftsbanken leisten
Die von Professor Axel G. Schmidt (Foto) und seinem Team erstellten Berechnungen am inmit-Institut Trier vergleichen die gesamtwirtschaftliche Entwicklung einer Welt ohne Bürgschaftsbanken mit einer Welt, in der Bürgschaftsbanken kleine und mittlere Unternehmen unterstützen. Die Ergebnisse auf Bundesebene für den Zeitraum 2009 bis 2015:
• Durch die Leistung der Bürgschaftsbanken erhöht sich das Bruttoinlandsprodukt durchschnittlich um 3,4 Milliarden Euro pro Jahr,
• die Zahl der Beschäftigten wächst jährlich im Schnitt um 29.500,
• die Zahl der Arbeitslosen geht um 23.200 im Jahr zurück und
• der Unterschied zwischen Einnahmen und Ausgaben des Staates nimmt jährlich im Schnitt um eine Milliarde Euro zu.
„Mit Blick auf die angespannte Finanzlage des Staates ist besonders wichtig, dass die Erhöhung des Finanzierungssaldos des Staates – also die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben –, die sich aus den Aktivitäten der Bürgschaftsbanken ergibt, rund sieben Mal höher ist als seine Inanspruchnahme für Bürgschaften und Garantien“, fasst Professor Axel G. Schmidt die Ergebnisse der Studie zusammen.

Positiv für Baden-Württemberg
Der Anteil der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg am bundesweiten Bürgschafts- und Garantievolumen liegt bei 25 Prozent. Daraus abgeleitet lässt sich der jährliche Beitrag der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg zum gesamtwirtschaftlichen Nutzen des Bundes, der unmittelbar dem Land zu Gute kommt, folgendermaßen beziffern:
• Ein um 850 Millionen Euro höheres Bruttoinlandsprodukt,
• ein um 250 Millionen Euro erhöhter Finanzierungssaldo,
• rund 7.300 zusätzliche Beschäftigte sowie
• langfristig um 25 Millionen Euro niedrigere Sozialversicherungsbeiträge für Unternehmen.
„Vor allem in der Krise konnten wir viele kleine und mittlere Unternehmen unterstützen. Wie die Zahlen zeigen, haben wir aber nicht nur Arbeitsplätze gesichert, sondern einen positiven Beitrag zu Wertschöpfung und Investitionen im Land geleistet“, sagt Bürgschaftsbank-Vorstand Dirk Buddensiek zu den Ergebnissen der inmit-Studie.

Aktuelle Entwicklung Bürgschaftsbank Baden-Württemberg
Nach wie vor wünschen viele Unternehmerinnen und Unternehmer die Begleitung ihrer Vorhaben mit Bürgschaften und Garantien. Im ersten Halbjahr 2010 erreichten die Bürgschaftsbank bereits 1.533 Anträge, was einem Anstieg um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. „Im Rahmen des Wirtschaftsfonds Deutschland wurden und werden wir von Bund und Land tatkräftig bei der Bewältigung der Antragsflut unterstützt. Für die Unternehmen und die Kreditwirtschaft in Baden-Württemberg ist es außerordentlich wichtig, dass die höhere Bürgschaftsobergrenze von zwei Millionen Euro, die beschleunigten Prozesse sowie die höhere Rückbürgschafts- und Rückgarantiequote noch über das Jahr 2010 hinaus gelten“, sagt Dirk Buddensiek. Er knüpft damit an die Forderungen des Verbands Deutscher Bürgschaftsbanken (VDB) an.

  

14.05.2010

Stuttgart: „2010 wird das Jahr der Unternehmensnachfolgen“

Staffellauf2.jpg Vor allem Existenzgründer und Nachfolger sorgen für die anhaltend große Nachfrage nach Bürgschaften der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg. Für die Finanzierung etwa des Kaufpreises bei einer Nachfolge sind stille Beteiligungen der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg ideal. Das Interesse an diesem Finanzierungsinstrument steigt bei Gründern und Nachfolgern.

Nach wie vor wird die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg mit Bürgschaftsanträgen regelrecht überrollt. In den ersten vier Monaten des Jahres wünschten 1.003 kleine und mittlere Unternehmen im Land die Absicherung ihrer Kredite mit Bürgschaften. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Steigerung um 27 Prozent.

Der Grund für diese Entwicklung: Die Zahl der Bürgschaftsanträge, um eine Existenzgründung beziehungsweise eine Nachfolge umzusetzen, ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Der Anteil der Existenzgründungen kletterte um 57,3 Prozent, der Anteil der Nachfolgen um knapp 49 Prozent. Dirk Buddensiek, Vorstand von Bürgschaftsbank und Geschäftsführer der MBG, rechnet aufgrund der nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Lage im laufenden Jahr mit einer großen Zahl von Existenzgründungen beziehungsweise Nachfolgen.

„Wegen der guten Konjunktur im Jahr 2008 waren die Unternehmenswerte im vergangenen Jahr noch sehr hoch. Folglich konnten sich junge Nachfolger die hohen Kaufpreise, die sich aus Ertragswertberechnungen ergeben, kaum leisten. 2010 hat sich das Blatt gewendet. Wegen des schlechten Vorjahres sind die Kaufpreise für Unternehmen gesunken. Deshalb wird das Jahr 2010 das Jahr der Unternehmensnachfolgen.“

Auch bei der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft haben zwischen Januar und April 2010 sowohl die Beteiligungsanfragen für Existenzgründungs- wie auch für Nachfolgevorhaben im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen. „Nach einem schwächeren Jahr für die MBG freuen wir uns über diese Entwicklung“, sagt Dirk Buddensiek. „Stille Beteiligungen etwa zur Finanzierung des Kaufpreises im Rahmen einer Unternehmensnachfolge etablieren sich zunehmend. Denn sie bieten finanziellen Spielraum, auch wenn ein Nachfolger über weniger eigene Mittel verfügt. Sie machen so eine Finanzierung häufig überhaupt erst möglich.“

  

31.03.2010

Stuttgart: Fernseh-Abenteuerfilm „Die Jagd nach der Heiligen Lanze“ - Sendetermin: 1.04.2010, 20.15 Uhr auf RTL

heilige_lanze_a.jpg Mit 5,2 Millionen Euro ist der RTL-Fernsehfilm „Die Jagd nach der Heiligen Lanze“ der Dreamtool GmbH eine der teuersten Fernseh-produktionen. Von Anfang an setzen die beiden Dreamtool-Geschäftsführer Felix Zackor und Stefan Raiser auf Filmförderinstitute sowie Finanzierungspartner im Land.

„Einfach einen Film machen und dann hoffen, dass ihn jemand kauft, ein solches Abenteuer geht heute niemand mehr ein“, sagt Dreamtool-Geschäftsführer Felix Zackor. Seit 1999 haben er und sein Mitge-schäftsführer Stefan Raiser über 1400 Minuten Kino- und Fernsehfilm produziert. Mit der „Jagd nach der Heiligen Lanze“ strahlt RTL am Gründonnerstag um 20.15 Uhr einen der teuersten Fernsehfilme aus. Damit konnten die beiden Dreamtool-Macher den Kölner Fernsehsender RTL bereits zum zweiten Mal für eine Auftragsproduktion gewinnen.

Schon Teil Eins der Abenteuersuche, „Die Jagd nach dem Schatz der Nibelun-gen“, den sie 2007 für RTL produziert hatten, war ein Erfolg. „Die Jagd nach der heiligen Lanze“ ist noch viel aufwändiger“, sagt der 36-jährige Zackor. „Die Geschichte ist eine Art Schatzsuche, für die wir Stunts brauchten und eigene Kulissen bauen ließen.“ Zudem konnten Raiser und Zackor den Film prominent besetzen: Kai Wiesinger, Bettina Zimmermann und Jürgen Prochnow werden bei der Jagd nach der Lanze, über deren Klinge Jesus Blut geflossen sein soll, für Quote sorgen. „Hoffentlich“, so Zackor, denn am 2. April, also am Tag nach der Ausstrahlung, werden die Zuschauerzahlen darüber entscheiden, ob es einen dritten Teil des Schatzsucher-Abenteuers geben wird.

Die Finanzierung des Fernsehfilms haben L-Bank, die Kreissparkasse Ludwigs-burg und die Bürgschaftsbank begleitet. Seit ihrer Gründung 1999 wird die Dreamtool GmbH mit Sitz in Ludwigsburg und München von der S-Wagnis, einer Tochtergesellschaft der Kreissparkasse Ludwigsburg, unterstützt. Bei den Finanzierungspartnern L-Bank, Kreissparkasse Ludwigsburg und Bürgschafts-bank ist die Dreamtool GmbH ebenfalls schon lange bekannt. „Bei allen Projekten lief die Finanzierung bisher sehr gut“, loben die beiden Geschäftsführer die Zusammenarbeit.

In den vergangenen beiden Jahren haben Bürgschaftsbank und MBG Mittelstän-dische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg GmbH rund zehn Filmprojekte gefördert. Unter anderem auch die Serie „Laible und Frisch“ der Schwaben-landfilm GmbH, die über Weihnachten ausgestrahlt wurde.

  

11.02.2010

Stuttgart: 34 Prozent mehr Anträge: Bürgschaftsnachfrage erreicht historischen Höhepunkt

2009 brauchten die Unternehmen im Land vor allem Bürgschaften für Betriebsmittelkredite. Deutlich weniger gefragt waren Bürgschaften für Investitionsvorhaben. Die Investitionszurückhaltung machte sich auch bei der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft bemerkbar.

Im vergangenen Jahr gab es einen regelrechten „Run“ auf die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg. Mit knapp 3.000 Anträgen erreichte der Antragseingang ein historisches Hoch. 2008 waren es noch 34 Prozent weniger. 115 Prozent mehr Anträge kamen aus der Industrie - in Zahlen 617 Anträge (im Vorjahr waren es noch 286!). Dies zeigt, wie sehr die Wirtschaftskrise 2009 den kleinen und mittleren Industriebetrieben im Land zugesetzt hat. Mit den genehmigten 2.130 Bürgschaften ermöglichte die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg ein Kreditvolumen von 476,3 Millionen Euro.

Wirtschaftsminister Ernst Pfister zur Lage der Betriebe im Land
Wirtschaftsminister Ernst Pfister zur Lage der Betriebe im Land bei der Pressekonferenz von Bürgschaftsbank und Mittelständischer Beteiligungsgesellschaft (MBG): „Nach dem dramatischen Einbruch der Konjunktur in 2009 zeigen viele Stimmungsindikatoren und harte Wirtschaftsdaten inzwischen wieder nach oben. Dennoch sind wir noch nicht über den Berg. Mehr als je zuvor sind die Betriebe im Land auf Kredite angewiesen, um in die Zukunft investieren zu können. Hierbei spielen die Fördereinrichtungen Bürgschaftsbank und MBG eine entscheidende Rolle, indem sie die Hausbanken bei der Kreditfinanzierung des Mittelstands unterstützen. Sie verstehen sich als Partner der Institute und der Unternehmen – sie sind leistungsfä-hig und leistungsbereit und damit gerade in der Krise qualifizierte und verlässliche Partner des Mittelstands.“
Anders als bei der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren habe der Staat Handlungsfähigkeit bewiesen, so Pfister. Im Rahmen des Konjunkturpaket II wurde die Bürgschaftsobergrenze von einer auf zwei Millionen Euro für kleine und mittlere Unternehmen bis zu einem Jahresumsatz von 15 Millionen Euro angehoben. Zudem wurde die Rückgarantie des Landes erhöht. Erstmals ist es der MBG auch möglich, Liquiditätsbeteiligungen zur Finanzierung von Betriebsmit-teln einzugehen.

Bürgschaften vor allem für Betriebsmittel nachgefragt
„Das Konjunkturpaket II hat uns mehr Handlungsfreiheit gegeben, Betriebe zu unterstützen, denen vergangenes Jahr die notwendigen Sicherheiten fehlten“, sagte Guy Selbherr, Vorstand der Bürgschafts-bank Baden-Württemberg, „was jedoch nicht heißt, dass wir von unserem Grundsatz, nur Erfolg versprechende Konzepte zu unterstützen, abweichen.“ Vor allem das im März zusammen mit der L-Bank aufgelegte Liquiditätshilfeprogramm Li50, bei dem die Bürgschaftsbank eine 50-prozentige Bürgschaft stellt und in dessen Rahmen unter bestimmten Voraussetzungen auch Umschuldungen möglich sind, wurde mit 565 Anträgen stark nachgefragt. „Generell hat sich das Geschäft der Bürgschaftsbank aufgrund der Krise gedreht: Vor allem ab dem zweiten Quartal handelte es sich bei mehr als der Hälfte der Anträge um Betriebsmittelkredite, während die Betriebe 2008 noch in 75 Prozent der Fälle Bürgschaften für Investitionsvorhaben benötigten“, so Selbherr.

Weniger Investitionen führen zu weniger Beteiligungen
Die mit der Krise einhergehende Investitionszurückhaltung wirkte sich 2009 auch auf das Förderergebnis der MBG aus – im Gegensatz zur Bürgschaftsbank jedoch durch einen deutlichen Rückgang. Mit 136 (2008: 176) ging die Anzahl der neuen Beteiligungen um 30 Prozent zurück. „Die typisch stillen Beteiligungen der MBG bis zu 2,5 Millionen Euro stärken das Eigenkapital der Betriebe“, sagte Dirk Buddensiek, Vorstand der Bürgschaftsbank und Geschäftsführer der MBG. „Gerade jetzt - im beginnenden Aufschwung – kommt es darauf an, gesunde Unternehmen, die durch die Krise unverschuldet in Schwierigkeiten geraten sind, zu begleiten und bei der Finanzierung der erforderlichen Investitionen zu unterstützen.“ Eine zu dünne Eigenkapitaldecke, so Buddensiek, trete eine regelrechte Lawine los: „Denn zu wenig Eigenkapital bedingt ein schlechteres Rating. Die Folgen: Die Banken sind zurückhaltender bei der Kreditvergabe und wenn Sie Kredite vergeben, dann häufig zu höheren Zinsen“, sagte Buddensiek. Die Beteiligungen der MBG hingegen würden langfristig die Kapitalbasis stärken und auch kleinen und mittleren Betrieben Zugang zu Eigenkapital ähnlichen Finanzierungen bieten.

Handwerk mit konstant starker Bürgschaftsnachfrage
Mit rund 22 Prozent kommen die meisten Anfragen nach Bürgschaf-ten von Unternehmerinnen und Unternehmern aus dem Handwerk. „Die Nachfrage im Handwerk blieb 2009 stabil“, sagte dazu der Vorsitzende des Aufsichtsrats von Bürgschaftsbank und MBG, Hartmut Richter. Als Hauptgeschäftsführer des Baden-Württembergischen Handwerkstages differenzierte Richter jedoch: „Die Konjunkturprogramme haben das Bauhandwerk vor dem Einbruch bewahrt, Dienstleistungen und Ernährung stagnieren und die Abwrackprämie hat dem Kfz-Handwerk keine nachhaltige Lösung gebracht.“ Wesentlich drastischer – mit einem Umsatzeinbruch von 23 % - sei die Situation der handwerklichen Zulieferer-Betriebe, so Richter. „Sie können kaum auf Ausweichstrategien zurückgreifen. Gleichzeitig hat sich die Zahlungsbereitschaft ihrer Auftraggeber verschlechtert.“

Blick in die Praxis: Waidner Stanztechnik in Tiefenbronn
Einen Blick in die unternehmerische Praxis eines Unternehmens, das als Zulieferer der Automobilindustrie einen Umsatzeinbruch von 38 % verkraften musste, gewährte Thomas Waidner von Waidner Stanztechnik in Tiefenbronn. „Mit Kurzarbeit, Sparen und dem Liquiditätshilfeprogramm Li50 mit einer 50-prozentigen Bürgschaft der Bürgschaftsbank konnte ich den Liquiditätsengpass überwinden“, sagte der 52-jährige Werkzeugmachermeister. Dass die Krise auch gute Seiten hat, konnte Waidner ebenfalls zeigen: „Weil einige Mitbewerber vom Markt verschwunden sind konnten wir 2009 fünf neue Kunden gewinnen“, sagte er stolz.

Bürgschaftsbank in Zahlen:

Aus welchen Wirtschaftszweigen kamen 2009 die Anträge auf Bürgschaften?
Wirtschaftszweige Anträge in % Kreditvolumen in T¤
Industrie 20,82% 239.210,5
Dienstleistungen 21,63% 111.970,3
Handel 19,10% 105.059,2
Handwerk 22,47% 102.511,9
Freie Berufe 6,98% 37.532,4
Gastgewerbe 5,94% 30.116,2
Verkehr 2,19% 12.678,5
Gartenbau 0,81% 4.338,9
Landwirtschaft 0,07% 554,0
Die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg konnte 2009 2.130 (2008: 1.761) Bürgschaften genehmigen und ermöglichte damit ein Kreditvolumen von 476,3 (2008: 421,2) Millionen Euro. Das Gros der Bürgschaften konnte die Bürgschaftsbank mit ihren Finanzpartnern Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken umsetzen.


MBG in Zahlen:

2009 konnte die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg GmbH 136 Beteiligungen (im Vorjahr 176) eingehen mit einem Beteiligungsvolumen von 44.125.000 Euro (im Vorjahr 54.200.000 Euro).
Mit ihrem Portfolio von 1.099 Unternehmen (im Vorjahr 1.119) erreichte die MBG ein Beteiligungsvolumen von 326,8 Millionen Euro (im Vorjahr 322,1 Millionen Euro) und erwirtschaftete ein positives Ergebnis von 1,5 Millionen Euro.